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Bewegter Schulweg - Warum es sich lohnt, das Elterntaxi stehen zu lassen

15. Oktober 2018 3 Minuten Lesezeit

Wie kommst du morgens zur Schule? Beziehungsweise, wie kommt Dein Kind dorthin? Mit dem Schulbus, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem immer beliebteren „Elterntaxi“? In diesem Beitrag setzen wir uns mit dem Thema „Aktiver Schulweg“ auseinander und beleuchten, welche Vorteile Bewegung zum Einstieg in den Tag für Schüler hat und warum es trotz, oder gerade wegen mancher Gefahren im Straßenverkehr sinnvoll ist, das eigene Auto nicht jeden Morgen als Schulbusersatz zu nutzen.

Verkehrschaos auf dem Schulweg

Das neue Schuljahr ist nun schon ein paar Wochen alt. Das Ende der Sommerferien macht sich vor allem morgens, mittags und nachmittags im Berufsverkehr bemerkbar. Große Transparente bitten Autofahrer um Rücksicht, Linienbusse und Züge sind zu bestimmten Uhrzeiten wieder überfüllt, die eigene Fahrt zum Arbeitsplatz dauert erheblich länger als noch im August. Uns ist aufgefallen, dass besonders vor Schulgebäuden die Verkehrsdichte enorm steigt, wenn immer mehr Eltern Ihre Kinder mit dem eigenen Auto zum Unterricht bringen. Diese Praxis mag auf den ersten Blick für Eltern und Kinder gleichermaßen bequem wirken, bringt aber auch erhebliche Nachteile mit sich.


Zu Fuß zur Schule

In vielen Städten und Gemeinden gibt es deshalb bereits seit mehreren Jahren Initiativen und Aktionen, die sich für einen aktiven Schulweg einsetzten. Die Münchner Umweltschutzorganisation Green City e.V. beispielsweise organisiert die Aktion „Bus mit Füßen“.

Natürlich ist es schön, morgens zehn Minuten länger am Frühstückstisch sitzen zu bleiben, und auch die Sorge vieler Eltern, Ihre Kinder seien im Straßenverkehr mehr gefährdet als im eigenen Auto, ist verständlich. Tatsächlich aber fehlt Kindern und Jugendlichen die scheinbar eingesparte Zeit, um sich auf dem gemeinsamen Schulweg mit Klassenkameraden und Freunden auszutauschen. Außerdem stellen die langen Autoschlangen an den Zufahrtsstraßen vor den Schulgebäuden ein zusätzliches Unfallrisiko für Schüler dar, die doch selbstständig ankommen oder bereits aus dem Fahrzeug der Eltern ausgestiegen sind. Hinzu kommt das Stresslevel der Eltern und weiterer Verkehrsteilnehmer, die durch den Schulwegstau spät dran sind, sodass sie unaufmerksam werden.


Sicherheit im Straßenverkehr

Die Initiatoren der Aktion „Bus mit Füßen“ betonen, dass Kinder und Jugendliche, die sich selbstständig auf den Weg zur Schule machen, lernen, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen. Außerdem fördert das Vertrauen, das Eltern Ihrem Nachwuchs entgegenbringen, wenn sie ihn selbstständig losziehen lassen, das Verantwortungsbewusstsein der Schüler. Beim „Bus mit Füßen“ gehen Kinder im Grundschulalter jeden Morgen in kleinen Gruppen gemeinsam zur Schule. Dabei werden sie abwechselnd von einem Elternteil der „Busgruppe“ begleitet. An verschiedenen festgelegten „Haltestellen“ holen sie alle „Mitfahrer“ ab. Wenn die Gruppe sicher genug ist, kann die Begleitung nach einer Weile auch wegfallen.

Die Bewegung in der Gruppe früh am Morgen tut den Kindern gut, da sie noch vor dem Unterricht ihren Bewegungsdrang ausleben können. Lehrer, die am Projekt beteiligt waren, bestätigen, dass die „Bus mit Füßen“ – Kinder im Unterricht konzentrierter und wacher sind.


Sport macht schlau

Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass beim Sport Stress abgebaut wird und motivations- sowie gedächtnisfördernde Stoffe produziert werden. Bewegung vor und nach dem Unterricht kann sich also positiv auf die schulischen Leistungen auswirken.

Natürlich reicht der Schulweg allein nicht aus, um ausreichend Bewegung zu garantieren. Sport in der Freizeit, zum Beispiel im Verein, ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Aber der Schulweg zu Fuß, beziehungsweise - nach der Fahrradprüfung - mit dem Fahrrad, ist ein wichtiger Bestandteil eines bewegungsreichen Alltags – und schont nebenbei noch die Umwelt! 


Weitere Infos zum Bus mit Füßen findest du bei Green City. Vielen Dank an Green City e.V. und Tobias Hase für die Fotos in diesem Artikel!

Weitere Quellen:

Deutsches Kinderhilfswerk

Focus


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