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Erfahrungsbericht. Challenge Roth 2019

8. Juli 2019 5 Minuten Lesezeit

Christian berichtet in diesem Artikel über seine Erfahrungen und seine Vorbereitung zum Staffelmarathon bei der Challenge Roth 2019.

Airbus vs. Boing ist ein weltbekanntes Duopol. Ein anderes „Duopol“ gibt es im Triathlon-Sport über die Mittel- und Langdistanz mit den Veranstaltermarken „IRONMAN“ und „Challenge“. Die bekannteste Challenge findet jährlich im bayerischen Roth statt! Es ist das Mekka das Triathlon-Sports in Bayern und zieht weltbekannte Sportler aus aller Welt an. Als Triathlet konzentrierte ich mich in den vergangenen Jahren immer auf Rennen mit dem IRONMAN-Label, doch es war klar: Irgendwann will ich auch mal in Roth dabei sein. In unserem Mekka direkt vor der Haustüre.


Unverhofft zur Staffel-Teilnahme bei der Challenge Roth 2019

Und ganz plötzlich ergab sich die Möglichkeit durch die Teilnahme in der JOKA-Staffel der Firma JOKA bzw. Jordan als Läufer in der Triathlon-Staffel. Während ich im Januar/Februar nach einem sehr arbeitsreichen Jahr 2018 gerade mal 5km am Stück locker im 6.30er Schnitt joggen konnte und danach noch zwei, drei Tage leichten Muskelkater hatte, wollte ich bis zum Oktober ohnehin einen Marathon vorbereiten und wieder fit werden, um im Herbst einen Marathon unter 3.15 Stunden zu laufen. Also sagte ich bei der Anfrage, ob ich in der Staffel laufen könnte, zu und meinte, dass eine 3.30 Stunden-Zeit im Juli locker drin sein sollte.


Die Vorbereitung zum Marathon bei der Challenge Roth 2019

Doch die stark verkürzte Vorbereitung von weniger als 10 Wochen lief alles andere als rund – vermutlich, weil ich auch nicht mehr ganz so jung bin wie früher und mehr Zeit zur Regeneration brauche. Drei Wochen vor dem Rennen benötigt ich bei einem 32km-Lauf noch Gehpausen am Ende und dachte, dass ich den Start absagen müsste und nicht mal die 42 Kilometer durchlaufen könnte. Geschweige denn in dem angepeilten Schnitt von 5 Minuten pro Kilometer. Auch ein kurzes 3.000m-Wettkampf auf der Bahn lief nicht. Doch die Wende kam beim entscheidenden letzten langen 32km-Training, das gut lief sowie die letzten beiden Wochen im Training, so dass ich den Start nicht abgesagt hatte. Mit Risiko, dass ich mich ohne Testwettkampf verkalkuliert habe.

Die letzten zwei Trainingswochen deuteten in etwa auf eine Zielzeit von 3.30 Stunden hin – da das Training aber verkürzt war und ich beim vorletzten langen Lauf auch noch Gehpausen machen musste, war ich mir sicher, dass es eher in Richtung 3.45 Stunden gehen würde.


Die letzten Stunden vor der Challenge Roth 2019

Mit dieser Vorbereitung reiste ich also nach Roth – bereits am Freitag-Abend, um am Samstag etwas weniger Stress und mehr Ruhe zu haben. Doch daraus wurde nichts – denn anders als bei einem Einzelstart war am Tag vor dem Rennen erst einmal ein Kennenlernen des Teams nötig und am späten Nachmittag dann die Teilnahme an der Wettkampfbesprechung sowie am Abend nochmal eine tolle Grillfeier des Orga-Ehepaares der Firma Jordan. Danach ging es mit dem Marathon-Läufer der zweiten Staffel ins Hotel für eine kurze Nacht, um möglichst pünktlich am Schwimmstart zu sein. Wir starteten etwa gegen 5.30 vom Hotel, um den Start der Profis um 6.30 Uhr zu sehen – der Staffelstart war für uns allerdings erst gegen 9.05 Uhr, da das große Teilnehmerfeld mit vielen kleinen Wellen alle 5 Minuten in den Donau-Kanal geschickt wurde.

Ungewiss, wann genau unsere Staffel-Radfahrer in der Wechselzone 2 ankommen würden, bereiteten wir Läufer uns also mit einer Startzeit in einem Korridor von etwa 30 bis 60 Minuten vor. So genau konnten wir es dank der Technik und sehr guten Live-Zwischenzeiten abschätzen. Viel genauer war es dennoch nicht möglich. Was mir vorher nicht bewusst war ist, dass es gar nicht so einfach ist, sich auf einen Marathon vorzubereiten, wenn der Start erst am späten Nachmittag ist und die Startzeit zudem ungewiss. Aber mit einem kohlenhydratreichen Mittagessen und möglichst viel Ruhe haben wir die Zeit bis zum Start gut überbrückt und auch die Atmosphäre an der Wechselzone 2 genießen können.


Das Marathon-Rennen bei der Challenge Roth 2019

Der Lauf selbst verlief dann anders als geplant – denn eigentlich wollte ich mit 5.10 min/km starten und lieber hinten raus etwas schneller werden, wenn ich ab Kilometer 30 gemerkt hätte, dass die Beine dazu noch in der Lage sind.
Doch natürlich kam es anders. Vom Adrenalin der Staffel gepackt lief ich die ersten 5 bis 6 Kilometer in knapp über 4 min/km. Also rund eine Minute pro Kilometer zu schnell. Der dann folgende Abschnitt am Donaukanal bis etwa km 20 war dann von teils starkem Gegenwind geprägt und so merkte ich bereits bei Kilometer 20 den Mann mit dem Hammer. Bereits bei der Hälfte der Strecke fühlte es sich an, als ob der Mann mit dem Hammer bei jedem Schritt seinen Hammer auf einen meiner beiden Oberschenkel klopfen würde. Eigentlich wollte ich da bereits zum Gehen beginnen, doch konnte mich dazu überwinden, so lange es geht weiterzulaufen. Und kaum zu fassen – dies klappt tatsächlich bis zum Ziel! Während ich v.a. auf der leichten Bergauf-Passage im letzten Drittel der Strecke noch langsamer wurde, fühlten sich meine Beine auf den letzten 5 Kilometern wieder besser an und ich konnte das Tempo nochmal leicht erhöhen noch nochmal ein paar Staffel-Athleten überholen. Am Ende konnte ich damit fast das in meinen Augen Maximum des Tages rausholen finishte den Marathon zusammen mit meinen beiden großartigen Staffelkollegen vom Schwimmen und Radfahren nach 3.31:57 Stunden.


Mein Fazit zur Challenge Roth 2019

Mein Fazit zur Leistung ist ein sehr positives. Ich habe nicht nur gekämpft, sondern bin dafür am Ende mit der in meinen Augen mehr oder weniger maximal erreichbaren Zeit ins Ziel gekommen. Die Leidensfähigkeit ist also wieder vorhanden und die Fitness ist auch auf einem guten Weg.

Mein Fazit zur Teilnahme an der ersten Challenge. Ich war ein wenig enttäuscht, dass verhältnismäßig wenige Zuschauer auf der Laufstrecke waren. Im Verhältnis zu den bisherigen IRONMAN-Rennen beispielsweise in Nizza konnte die Stimmung daher in keinster Weise mithalten. Allerdings weiß ich auch nicht, ob es an der späten Zeit lag, da die Staffel bis zu 2 Stunden nach den Einzelstarten auf die Strecke geschickt wurden. Evtl. war zuvor mehr Stimmung auf der Strecke. Die Strecke selbst ist zwar sehr windanfällig, jedoch abwechslungsreich und schön zu laufen.

Auch bei der Organisation musste ich leider einige Schwachstellen insbesondre nach der Veranstaltung feststellen. Es gab keinen Re-Entry in den Verpflegungsbereich der Finisher. Das heißt, wer einmal raus ging, der durfte nicht wieder rein. Dies war für mich als Staffelteilnehmer besonders ärgerlich, da wir uns eigentlich am Stand der Firma Jordan bzw. JOKA treffen wollten. Wäre ich jedoch raus gegangen, hätte ich nicht mehr zum Duschen rein gehen können. Und weil auch bei den Duschen einiges in der Organisation schief gelaufen ist, musste ich dort mindestens 30 Minuten in der Schlange stehen, um Duschen zu können – Männer und Frauen wurden dabei auch nicht getrennt, was für mich zwar weniger problematisch war, aber insbesondere für einige Frauen evtl. auch nicht unbedingt das, was sie von einer solch großen Veranstaltung erwarten würden. Weil der andere Staffelläufer zudem noch Sachen bei mir im Auto und ich den Autoschlüssel hatte und er wiederum einen Zug erwischen musste – war die Zeit nach dem Zieleinlauf leider ausschließlich stressig für mich! Und so beschloss ich dann auch völlig genervt, nicht zum abschließenden Feuerwerk in Roth zu bleiben, sondern vorzeitig heim zu fahren.

Für die Organisatoren wäre es daher empfehlenswert, die Duschen und den Re-Entry im kommenden Jahr wesentlich zu überdenken, da ich nicht der einzige Athlet war, der diese Praxis als sehr suboptimal empfunden hat, wie sich beim Warten in der Schlange zum Duschen herausgestellt hat.

Insgesamt war es jedoch ein wunderschönes Wochenende, an dem ich einen guten Marathon laufen konnte und tolle Menschen kennenlernen durfte.


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