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Mirjam S.: "Durch das Schwimmen habe ich meine Krankheit überwunden!"

11. Dezember 2017 2 Minuten Lesezeit

Erfolgreich und Sympathisch. Mirjam S. ist eine willensstarke Extremsportlerin, die in diesem Artikel ihre bewegte, sportliche Geschichte erzählt.

Mirjam S.

Das bayerische Roth in der Nähe von Nürnberg sagt vielen Leuten wahrscheinlich nichts. Einerseits. Andererseits kennt wohl fast jeder Triathlet auf der ganzen Welt diesen kleinen Ort in Franken, in dem einmal im Jahr eines der größten Triathlon-Events stattfindet, das die Triathlon-Szene kennt: Der Challenge Roth, ehemals IRONMAN Europe. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass es in dieser Gegend so ziemlich die höchste Triathleten-Dichte in Deutschland gibt. Triathlon ist dort die Sportart schlechthin und nahezu jeder Bewohner des Rother Landkreises ist in irgendeiner Form bei diesem Event integriert.

Vom Challenge Roth motiviert

Mirjam Schall ist heute Langstreckenschwimmerin - zu diesem Sport kam sie jedoch nur, weil sie beim legendären Rennen in Roth einmal im Leben durchs Ziel laufen wollte. "An einen Einzelstart war für mich nicht zu denken. Daher wollte ich als Staffelschwimmerin starten."

"Durch das Schwimmen habe ich meine Krankheit überwunden"

Die vielen Trainingskilometer, die die Extremschwimmerin mittlerweile im Wasser absolviert, beeinflussten und beeinflussen das Leben der sympathischen Extremsportlerin bis heute sehr. "Ich habe durch das Schwimmen meine Krankheit überwunden und ein normales Leben zurück bekommen. Das ist für mich auch Motivation genug, täglich den inneren Schweinehund zu überwinden!", erzählt Mirjam, bei der vor einigen Jahren das Ehlers-Danlos-Syndrom festgestellt wurde. Hierbei ist das Bindegewebe wesentlich dehnbarer als normal - mit entsprechend negativen Folgen für den passiven Bewegungsapparat. So sollte die frühere Triathletin aufgrund der Erkrankung heute eigentlich im Rollstuhl sitzen. Eigentlich. Aber durch ihre Willensstärke und ihr Kämpferherz ließ sich die Schwimmerin nicht von der Krankheit kontrollieren und hat heute gerade auch dank des Sports keine Symptome mehr - nachdem sie zuvor durch das Syndrom bereits mehrere Bandscheibenvorfälle verkraften musste. Der Triathlon in Roth war für sie als Einzelrennen deshalb zwar keine Option, der Staffelstart öffnete ihr aber die Tür in eine Sportwelt, in der sie heute unzählige Menschen mit ihrer Geschichte fasziniert und motiviert.  

"Durch negative Erfahrungen lernt man dazu!"

Ursprünglich vom Zieleinlauf in Roth begeistert und zum Langstreckenschwimmen motiviert, kämpft sich Mirjam mittlerweile über wesentlich längere Distanzen durch verschiedenste Gewässer. "Positiv blieb mir beispielsweise meine erste größere Querung des Dreiländerecks am Bodensee in Erinnerung. Damals habe ich damit auf Anhieb einen Weltrekord aufgestellt, da ich die erste Person überhaupt war, die das geschafft hat." erzählt die Extremschwimmerin über die etwa 35 Kilometer mit Begeisterung. An negativen Erfahrungen zerbricht sich Mirjam hingegen nicht den Kopf. "Negatives wird als Lehre abgestempelt. Dadurch lernt man was dazu und kann etwas ändern."

Eine besonders tolle Erinnerung: Die Fehmarnbelt-Querung

Während vermutlich viele Triathleten solche Rennen als besonders schön in Erinnerung behalten, bei denen die Schwimmdistanz besonders kurz ist, erinnert sich die Extremsportlerin hingegen sehr gern an ihre doppelte Fehmarnbelt-Querung über stolze 50 Kilometer. Lediglich aufgrund einer sehr stark gewordenen Strömung musste sie etwa 5 Kilometer vor dem Ziel das Vorhaben abbrechen, da sie nur noch auf der Stelle schwimmen und nicht mehr gegen die Strömung ankommen konnte.

"Wir mussten den Start damals auch um zwei Tage nach vorne ziehen. Daher war alles sehr chaotisch, hat aber dennoch Mega Spaß gemacht in der Ostsee zu schwimmen!" berichtet Mirjam über die Fehmarnbelt-Querung."Freiwasser ist immer toll, da jedes Gewässer anders ist. Gardasee, Bodensee, Starnberger See, Chiemsee, Ostsee, Donau und viele andere Gewässer durfte ich bereits kennenlernen. Und jedes davon war anders!" 

"Man sollte sich was trauen und Spaß am Sport haben"

Trotz all dem Spaß, den Mirjam am Freiwasserschwimmen hat, rät sie allen Sportlern, immer Respekt vorm offenen Gewässer zu haben. "Man darf sich im Freiwasser nie überschätzen", weiß die erfahrene Extremschwimmerin, die Freiwasserschwimmen im Dunkeln zu ihrer Lieblingstrainingseinheit zählt. "Dennoch sollte man sich auch was trauen und Spaß am Sport haben!"



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